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Beiträge, blogs auf deutsch

  • Pfingsten für Ungläubige

    Sibylle Anderl (Astropysikerin, Leiterin des ZEIT-Ressorts Wissen) hat (*) versucht, die Frage ‚Ist es vernünftig, an Gott zu glauben?‘ zu beantworten (zu lesen in Die Zeit 24/2025). Meine Antwort ist – gerade jetzt, an diesem Pfingsten – säkular:  Jesus – er lebte und an seine Mission und Wirkung zu glauben, ist auch für den säkularen, evolutionären Humanisten selbstverständlich – hatte „den heiligen Geist geschickt“. Durch ihn konnten und können Jesus‘ Anhänger der Welt vielsprachig ‚von Gott und Jesus und den guten Werken‘ erzählen. Wer will, kann den heiligen Geist durch den kategorischen Imperativ vertreten lassen und sich des Grundgesetzes der über sich selbst aufgeklärten praktischen Vernunft besinnen. Das Gleichnis vom…

  • Trumps Rußland oder Rußlands Trump …

    Ist Trump russophil? Wenn russophil, für welches“Russische“? Ist vorstellbar, dass der bekanntermassen nicht Bücherlesende Tolstoj, Dostojewski, Bulgakow, Scholochow kennt, sogar dieses, jenes gelesen hat oder dass Trump Zeit mit dem Hören von Mussorgski, Tschaikowski oder Borodin verbringt …? Vielleicht liebt Trump ja Baaikal-Kaviar … oder russische Balettänzerinnen. Mir fällt da sonst nichts ein. Wer sich für die Beziehung Trumps zu Rußland irgendwann interessiert hat, kann nicht mehr überrascht sein, daß die Ukraine mit diesem Präsidenten des (noch) mächtigsten Landes der freien Welt „schlechte Karten“hat.… und Europa. Da sind zunächst die verstörenden Bilder mit Putin und die NATO-Ansagen aus    Trump 1.0.Michael D.Sellers, ehemaliger Beamter der CIA mit Jahren an Erfahrung…

  • Er-Klärungen und Bekenntnis

    Eine Anthropozidee sei die Rechtfertigung des Menschen in Ansehung menschenverursachter Übel. Die Frage nach einer Anthropodizee leitet sich offenbar aus zwei Hauptaussagen ab: zum einen mit der Konstatierung, dass es keinen Gott gebe und, dass Menschen in vollem Umfang für menschenverursachte Übel verantwortlich sind. Aus dieser Erkenntnis resultiert der Auftrag an Humanisten. Die Theodizee, also Versuche einer Antwort auf die Frage, wie das Leiden in der Welt mit der Annahme zu vereinbaren sei, dass ein Gott sowohl allmächtig und allwissend als auch gut sei, ist eine von Gläubigen reflektierte Bemühung. Wenn allerdings ein oder der Gott allmächtig ist und nicht für die Durchsetzung des Guten sorgen kann, ist er entweder…

  • Erinnerung an Franklin D.Roosevelt

    Wir erinnern uns: Heute (am 12.April) vor 80 Jahren – in 1945, einem Schicksalsjahr für die Menschheit – starb Franklin D. Roosevelt an einer Hirnblutung, also ein paar Wochen nach seiner vierten Amtseinführung am 20.Januar. Die Kapitulation Deutschlands am 08.Mai 1945 erlebte er nicht mehr. Mit George Washington und Abraham Lincoln war FDR der beste Präsident der USA im jeweiligen Jahrhundert. Man darf zuversichtlich darauf hoffen, dass sich Amerika gleich am Anfang dieses Jahrhunderts – allerdings zweimal – den schlechtesten, möglicherweise auch dümmsten Präsidenten (*) leistet und dieses Kapitel dann bald für sich und die Welt hinter sich bringt.  Ebenso wie mit FDR hat das – stärker als mit Washington…

  • Le Pen verurteilt

    Stärkung des Rechts und der Demokratie      kein Fragezeichen !                      DLF heute morgen in ‚Europa heute‘: Tatbestand der Veruntreuung von Geldern des EU-Parlaments seit etwa 2012 (€ 4,4 Millionen) ist belegt. Schon LePen sen.hatte EU-Apanagen missbraucht. … für die chronische Geldnot des Front National zuerst, des Rassemblement National später, war das EU-Parlament cashcow. Mit der Union im Wortsinn hatten und haben die Rechtsextremen eh nichts im Sinn.                  Laurent Wauquiez, Fraktionsvorsitzender der konservativen (nicht extrem rechten) Republikaner, meint, in einer Demokratie sei es „nicht gesund“, wenn gewählte Vertreter an der Teilnahme an…

  • Musik ist mein Vitamin

    In diesem März wurde ich damit auch kineastisch besonders verwöhnt. Im Kino Koralle bei uns in Volksdorf war es „Bolero“;  … der Versuch eines Biopics. Das Entstehen der symphonischen Dichtung „Bolero“(**) bildet den Plexus dieser filmischen Lebensbeschreibung. Das Leben Maurice Ravels, dieses „französischsten aller französischen Komponisten“, wird hier mit seinem meist gespielten und – wie Ravel selbst prognostiziert – „einzig populären“ Werk beschaulich, impressionistisch, immer einfühlsam und unterhaltsam erklärt. Die Landschaft, in der Ravel geboren und die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat – Saint-Jean-de Luz, zwischen Bayonne und San Sebastian gelegen – regt mit ihrer Farbigkeit und Idylle zum Träumen und zum Hören an.  Die Fiktion eines Bolero-Dirigats durch ihn…

  • Europa ist mir wichtig

    Margit hat mir zum Geburtstag Peter Sloterdijks aktuelles Buch geschenkt: Der Kontinent ohne Eigenschaften. Ein Buch zu Europa, mit Untertitel ‚Lesezeichen im Buch Europa‘. Der konservative Sloterdijk beeindruckt mit Textkreationen und Wortschöpfungen, die die Lektüre antreiben. Vor allem ist es aber Sloterdijks kritische ‚Europa-Philie'(Europhilie würde wohl nicht so gemeinte Übersetzungen ergeben), die er auch mit Macron teilt und die motivieren. Man hört und liest, Macron und Sloterdijk unterhalten sich gern und – das kann ich vermuten – regen sich auch ‚europäisch‘ an. Macron hat das Collège de France besucht, wo Sloterdijk einige seiner Vorlesungen zu Europa gehalten hat. Peter Neumanns Rezension der Sammlung in Die Zeit 04/12/24: „Dem Kontinent spricht…

  • Anmerkungen zur Munich Security Conference im Februar 2025

    Nein, das soll nicht Hitler mit Trump, auch Putin nicht mit Stalin vergleichen.  … jedenfalls nicht direkt. Dieses verklitterte Buchtitel-Foto soll auf die neue Lage Europas alarmieren, mit der wir für den Fall rechnen mussten, dass Trump tatsächlich erneut zum POTUS (President of the United States) gewählt wird.   Gut auch, dass wir gerade jetzt in München die Munich Security Conference (MSC) ausrichten. Dazu passt ein anderes Münchner Ereignis. Es ist das „Münchner Abkommen“ von vor fast 87 Jahren. Timothy Snyder, der Yale-Historiker und Autor von BLOODLANDS, hat an dieser MSC teilgenommen. Er hat sich dort auch zu Wort gemeldet. In seinem Subtrack-Konto meldet er sich regelmäßig und hat auch…

  • The Empire is doomed

    … gemeint ist nicht  das galaktische … gemeint ist das russische Imperium. Der Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel schrieb ein Jahr nach Russlands Angriff auf die Ukraine in Der Fluch des Imperiums über den Weg – ab dem jetzigen Jahrhundert – eher Irrweg, den die russische Geschichte, als selbstbestimmte Erbschaft des petrinischen Vermächtnisses, genommen hat, „ein Komplex von imperialen und nationalistischen Vorstellungen, eine seit Peter I.verfolgte Großmachtpolitik“ (Schulze Wessel), während sich an den Westgrenzen Russlands eine postimperiale, auch postnationale, eher kooperative Politik entwickelte. Die Europäische Union – immer noch unfertiges, manchmal nur wohlmeinendes, demokratisch verfasstes Konstrukt, immerhin schon ziemlich real – entstand, motiviert von denjenigen Weisen Europas, die den Wahnsinn 1945…

  • Inspirationen in Görlitz im November

    Warum ich über Görlitz berichte? Hier verknotet sich für mich einiges, das sowohl mit meiner Herkunft wie auch mit meinem europäischen Patriotismus zu tun hat. Schon seit langem wollte ich diesen Ort in der Niederlausitz im östlichen Sachsen besuchen. Durch ein notwendiges Treffen mit einem Geschäftsfreund in Warschau ergab sich die Gelegenheit. Statt direkt über Frankfurt a.d.Oder, buchte ich die Zugverbindung über Görlitz in der Lausitz. Görlitz liegt an der Neisse – an der Lausitzer Neisse.  Es gibt auch eine Glatzer Neiße. Diese war während des Zweiten Weltkrieges zwischen den Alliierten zeitweilig als künftiger Grenzfluss zwischen Polen und Deutschland im Gespräch. Dies hätte den Verbleib eines großen Teils Schlesiens einschließlich …