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Unsere Waffe, ein Reset gegen den „Feind im eigenen Bett“: Selbstwissen über unser Gehirn … und dessen Nutzung.

Die kognitive/neuropolitische Dissonanz ist ein Produkt zwischen den evolutionären Fähigkeiten unseres Gehirns einerseits und den Anforderungen einer modernen Demokratie, die geprägt ist von Ambiguitäten, andererseits. Tatsächlich sehnen sich viele nach einem autoritären Entscheidungsmoment, so in der Leipziger Autoritärismusstudie 2024 bestätigt. 

Liya Yu versucht uns aus unserem humanistischen Traum wachzurütteln, indem sie die Subjekte, also uns Demokraten und auch die demokratisch gewählten „Feinde der Demokraten“ (nach Karl Popper) entpersonalisiert, und von Gehirnen spricht statt von Personen.

Yu: „Die Entmenschlichung ist so weitreichend, dass ich den anderen kognitiv wie ein Objekt behandle.“

Demokratie, ein evolutionäres Produkt des Neokortex, kann nur mit demokratischen „Waffen“ wie Rechtsmittel (Grundgesetz) und Parlamentarischer Mehrheit durchgesetzt und/oder verteidigt werden. Es besteht aber mit den inhärent demokratiefeindlichen Gruppierungen/Parteien keine Waffengleichheit.

Yu nennt unsere Disposition „Vulnerabilitäten“und meint, diese seien unheilbar, weil evolutionär angelegt und unser Kleinhirn für die Verteidigung gegen unsere Feinde (faktisch oder fiktiv)benötigt wird … „glaubt“das Kleinhirn.

Yu: „Polarisierung bedeutet im Kern, dass ich den politischen Gegner nicht mehr als Mensch wahrnehme.“ 

Die AfD ist nicht böse.
Sie irrt. 
Also ins Sachgespräch kommen. 

Wenn das nicht gewollt und abgelehnt wird, führt das zu weiterer Ausgrenzung der demokratisch gewählten AfD … Ausgrenzung von 25% der Wähler?
Das trägt, wenn diese Ausgrenzung funktioniert, zum Aufblühen von Verschwörungstheorien bei statt zum Eindämmen des „Phänomens“, das inzwischen zum Anschwellen einer Flutwelle angewachsen ist. 

Yu zitiert eine aktuelle Ipsos-Umfrage zum Wahltrend: Die Mehrheit in Europa und den USA hat das Vertrauen in die Demokratie verloren – aber … das gute Trotzdemsie möchte trotzdem an ihr festhalten.

Das ist nur ein Auszug – verdichtet und ergänzt – aus einem Interview der TAZ mit der Autorin des aktuellen Buchs zum Thema Liya Yu. 

Nachlesbar : https://taz.de/Neuropolitik-und-Demokratie/!vn6165864